Friday, 20. january 2012 5 20 /01 /Jan. /2012 01:19

Ungarn aus der EU schmeißen?

 

Vor kurzem hatte ich mich an dieser Stelle schon einmal über die Einschränkung der ungarischen Meinungs- und Pressefreiheit ausgelassen. Seit Anfang dieses Jahres ist nun also die neue ungarische Verfassung in Kraft. Hat sich an der Situation dadurch irgendetwas verbessert?

Es fängt doch schon einmal damit an, dass der offizielle Namen des Landes von „Republik Ungarn“ in einfach nur noch „Ungarn“ geändert wurde. Muss ein Land seine Staatsform im Namen tragen? Natürlich nicht und viele Länder, die es tun, wie etwa Iran oder China, sind natürlich ein Hohn für die Bezeichnung Republik. Insofern ist ja schon wenigstens ehrlich, dass Herr Orban den Namen verkürzt, denn Nomen est hier leider einmal ganz schön Omen!

Was bringt diese Verfassung denn nun eigentlich für die ungarischen Menschen mit sich. Die stark rechtskonservativen Positionen dieser Partei wurzeln neben dem Nationalismus auch in einer stark kirchenkonservativen Haltung. Abtreibungen werden künftig verboten, Nachteile für gleichgeschlechtliche Paare und Alleinerziehende werden von den meisten Experten erwartet. Ein deutlicher Rückzug von demokratischen Positionen, die bereits errungen waren also!

Der Haushaltsrat der Zentralbank besteht aus seinen Getreuen, die Kompetenzen des Verfassungsgerichtes werden eingeschränkt. Damit steht dieser Weg dem normalen Bürger dieses Landes nicht mehr offen, ebenso wenig Städten und Gemeinden. Die einzigen, die sich ans Verfassungsgericht wenden dürfen, sind der Staatspräsident, die Regierung oder entsprechende Vertrauensleute - oder ein Zusammenschluss aus mindestens einem Viertel der Parlamentarier. Ob die Opposition damit tatsächlich etwas erreichen könnte, steht auf einem ganz anderen Blatt, denn selbstredend sind auch die Richter-Positionen längst mit Getreuen des Ministerpräsidenten besetzt.

Dieser beklagenswerte Zustand wird festgenagelt durch die faktische Abschaffung von Bürgerentscheiden. Dies betrifft besonders Referenden zu den Wahlgesetzen oder Verfassungsänderungen. War so ähnlich sicherlich zu erwarten. Damit hat Orban seiner Partei die Macht auf absehbare Zeit erst einmal gesichert, zumal er durch die Beherrschung der Medien und die Entledigung kritischer Berichterstattung den wichtigsten Weg zum demokratischen Machtwechsel erfolgreich verbaut hat. Befürchtungen, dass die absolute Macht speziell dieses Mannes zu groß werden könnte, gab es ja bereits im Vorfeld der Wahlen genug.

Wie kann ein Volk so dumm sein, auf demokratischem Wege jemandem zur Macht zu verhelfen, der dann als erstes die Demokratie abschafft? Ausgerechnet ein Volk, das zu den Vorläufern der demokratischen Bewegungen im damaligen Ostblock gehörte? Da hat man seine Freiheit wieder und lässt sie sich nun freiwillig von einem neuen „starken Mann“ von der anderen Seite des politischen Spektrums nehmen? Natürlich, es gibt Proteste gegen diese neue Politik, aber die Mehehreit der Ungarn scheint ihrem Ministerpräsidenten ja zu vertrauen, sonst hätten sie ihm wohl kaum zur absoluten Mehrheit verholfen. Meldungen über Wahlbetrug wie in Russland hat man jedenfalls nicht gehört.

Wie soll man also mit der Situation in diesem Land umgehen? Sollte man ein Land, das durch die neue Verfassung in etwa noch so demokratisch ist wie Weißrussland oder die Ukraine, nicht unter massiven politischen Druck setzen? Sollte man nicht mit einem Ausschluss aus der EU drohen, wenn ein Land seine eigene Demokratie abschafft und ganz massiv Bürgerrechte beschneidet? Ist die Rettung unserer Währung wirklich die einzige Sorge, die Europa nun noch beschäftigt? In diesem Falle kann man unseren Politikern nur gratulieren: So offen wurde die innereuropäische Bigotterie noch nie ausgelebt. Man kann nur hoffen, dass Occupy und co. unsere politische Klasse wirklich das Fürchten lehren. Es ist nicht Politikverdrossenheit, was die Menschen in (nicht nur) diesem Land lieber auf die Straße anstatt zur Wahlurne gehen lässt. Es ist vor allem das Gefühl, das Politik im Spiel der wirklich Mächtigen eh nichts mehr bewirken kann. Also: Gehen wir wieder auf die Straße und wünschen wir den Ungarn, dass die dortige Protestwelle schnell anwächst und den Abschaum möglichst schnell hinweg spült, dem das dortige Wahlvolk an die Spitze verholfen hat!

Nachtrag: Wie der Zufall so spielt: Während der Recherchen und dem Verfassen dieses Textes hat die EU tatsächlich beschlossen, drei Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn an den Start zu bringen. Durch die neue Verfassung sieht man dort die Unabhängigkeit der Zentralbank, der Justiz und der Medien gefährdet. Die möglichen Strafen reichen von Einfrieren von Finanzhilfen bis hin zum Entzug des Stimmrechts in den EU-Gremien. Dann wollen wir mal hoffen, dass die Richter sehr konsequent im Sinne der Demokratie entscheiden. Immerhin erweckt es Vertrauen, dass von dieser Seite endlich reagiert wurde!

von Olaf Meiser - veröffentlicht in: Essay
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Wednesday, 11. january 2012 3 11 /01 /Jan. /2012 01:03

Dotti

 

Es war ein schöner Silvesterabend im Movie. Dotti hatte das Gefühl, ein wenig etwas über den Durst getrunken zu haben. Ein wenig orientierungslos stolperte sie über die Tanzfläche. Der Stoß, den sie gegen die Schulter bekam, tat reichlich weh. Etwas ärgerlich drehte sie sich um. Ihr Gegenüber starrte sie so ärgerlich an, wie sie es sich eigentlich umgekehrt vorgenommen hatte. War sie etwa in den jungen Menschen hineingelaufen? Zur Sicherheit, entschloss sie sich dann doch lieber zu lächeln und sich bei dem jungen Herrn zu entschuldigen. Dabei lief sie rückwärts in eine Gruppe und kam dabei ins Straucheln. Zwei, drei Tanzschritte noch, dann hatte sie rückwärtsgehend bereits wieder das Ende der Tanzfläche erreicht.

Silvester! Richtig ausgelassen feiern! Vielleicht hätte Dotti dabei nicht so dolle vorglühen sollen. Irgendwas hatte sie heute Abend vergessen, bevor sie sich auf den Weg in den Tanzschuppen gemacht hatte… Den angewiderten Blicken der anderen Gäste nach urteilen könnte es wohl ihr Deo gewesen sein. Vorsichtig versuchte sie, ihre Nase in Richtung Achselhöhle zu schieben, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren.  Ups… Ja, der komische Geruch auf der Tanzfläche schien seinen Ursprung tatsächlich von dort zu nehmen…

Egal, heute ging es ja wohl darum, gut drauf zu sein! Dotti torkelte in Richtung der Theke und bewaffnete sich mit einer weiteren Flasche Bier. Sie torkelte auf den Verfasser dieser Zeilen zu und sabberte ihm ein paar Zeilen ins Ohr, die wohl komisch gewesen sein mussten, jedenfalls lachte sie danach herzlich über ihre eigene Bemerkung. Der Verfasser dieser Zeilen versuchte, in der Mischung aus Schweiß und Bierfahne verzweifelt zu atmen und stellte sich die Frage, ob das Rauchverbot in Discos und Clubs denn wirklich den gewünschten Effekt einer Verbesserung der Luftqualität mit sich gebracht hatte. Erleichtert beobachtete er, wie Dotti sich schon kurz darauf bei einem anderen Menschen auf der Tanzfläche entschuldigte, den sie kurz zuvor angerempelt hatte.

Dotti versuchte nun, ihre gute Laune endlich auf die anderen Partygäste zu übertragen, indem sie sich vor sie stellte und deren Tanzstil imitierte. Der Erfolg war bescheiden, es wollte bei den anderen Gästen absolut keine gute Laune aufkommen. Manche schafften es, sie einfach zu ignorieren, die meisten reagierten mit einem genervten oder unverständigen Kopfschütteln, einige wechselten ihre Position auf der Tanzfläche, um dem blonden Bombe zu entkommen.

Und dann war da ja noch der junge Mann, der sich an ein attraktives junges Mädchen herangeschmissen hatte. Dotti nahm das nicht wahr, sie torkelte auf den jungen Mann zu und erzählte auch ihm ein paar heitere Zeilen. Die junge Dame, das eigentliche Objekt der Begierde, schaute etwas irritiert. Der junge Mann schaute etwas genervt, spätestens als Dotti ungefähr eine Minute später wieder vor ihm stand und sich erneut an ihn heranwarf. Jetzt machte er einige eindeutige Gesten, die Dotti bedeuten sollten zu verschwinden. Dotti jedoch deutete die Gesten als Tanzbewegungen und imitierte begeistert, was sie bei dem jungen Mann sah. Davon abgesehen: Was wollte der Mann denn mit so einem jungen Mädchen? Erfahrung war es doch, die sein Liebesleben weiter voranbringen konnte. Und davon besaß Dotti reichlich. Wahrscheinlich hatte sie schon irgendwelchen Kerlen als Spermaklo gedient, als der Jungspund ihr gegenüber noch nicht einmal geboren war. Und wenn dann auch noch Alkohol im Spiel war, so wie jetzt, dann verlor sie alle Hemmungen. War ihr doch egal, dass sie doppelt so alt war wie er! Sie versuchte, ihren Arm um den jungen Mann zu legen, was auch diesen letztlich zur Flucht veranlasste. Zurück blieb das junge Mädchen, dessen Gesicht man nicht genau entnehmen konnte, ob sie ärgerlich oder doch ganz erleichtert war, den aufdringlichen Freier losgeworden zu sein.

Irgendwie kam ihr das aktuelle Bier etwas säuerlich vor. Oder hatte sie aufgestoßen? Das unangenehme Gefühl in ihrer Kehle deutete auf die zweite Möglichkeit hin. Bitterer Speichel sammelte sich unter ihrer Zunge, ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Bier sich wohl noch einmal bei ihr melden würde. Mit unsicheren Schritten taumelte Dotti in Richtung der Toiletten. Dort stand sie fasziniert vor den Türen und vermochte die Zeichen nicht zu deuten. Es war wohl eher Glück, dass sie tatsächlich den Eingang zur Damentoilette erwischte.

Hier verliert sich aus Sicht des Verfassers dieser Zeilen Dottis Spur, denn danach ward sie zum Glück nicht mehr gesehen. Es steht dringend zu vermuten, dass der Besuch der sanitären Anlagen sie olfaktorisch auch nicht wirklich vorangebracht hat. Auch dürfte es schwierig für sie geworden sein, einen Taxifahrer zu finden, der sie in diesem Zustand nach Hause befördert hätte.

von Olaf Meiser - veröffentlicht in: Humor
Kommentar hinzufügen - Kommentare (2)ansehen
Monday, 19. december 2011 1 19 /12 /Dez. /2011 01:47

Die Rückkehr des Barons

 

Es gibt politische Comebacks, auf die die Welt nur sehr bedingt gewartet hat. Es gibt Journalisten, die ich ansonsten sehr zu schätzen weiß. Und es gibt einige journalistische Fehlleistungen, die man schlicht einen Griff ins Klo nennen muss. Obwohl: Um ins Klo greifen zu können, muss man seinen Oberkörper erst einmal wieder aus dem Enddarm des Interviewpartners heraus bekommen…

Deshalb meine simple Bitte: Der Herausgeber der besten deutschen Wochenzeitung möge doch in Zukunft bitte einfach wieder nur den alternden Ex-Bundeskanzler interviewen. Der hat zwar ebenfalls keinen überbordenden Hang zur Selbstkritik, doch was er von sich gibt, ist wenigstens interessant und kommt nicht von einer lächerlichen Witzfigur! Besten Dank!

von Olaf Meiser - veröffentlicht in: Humor
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Sunday, 6. november 2011 7 06 /11 /Nov. /2011 02:26

Europäische Wertegemeinschaft – eine Farce

 

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie unterschiedlich doch die Maßstäbe sind, die an verschiedene Länder angelegt werden, je nachdem ob man sie als Verbündete oder als Gegner betrachtet. Da werden zur Zeit Milliarden von Euro ausgegeben, um ebendiese Währung zu retten und für die Zukunft zu stabilisieren. Dabei werden Maßnahmen ergriffen, von denen es bei der Währungsunion immer geheißen hatte, so etwas dürfe niemals geschehen, weil man damit die komplette Währungsunion gefährde.

Um dieses Tun zu rechtfertigen heißt es dann meistens pathetisch, die EU sei vielmehr als nur eine Vertreterin von Wirtschaftsinteressen. Europa sei so dicht zusammengewachsen wie niemals zuvor in seiner Geschichte. Das stimmt sogar durchaus. Eine so lange Zeit, in der nicht zwei oder mehrere Länder auf die unschöne Idee kamen, sich gegenseitig eins auf die Mütze zu geben, haben die Menschen auf diesem Kontinent seit dem frühen Mittelalter nicht mehr erlebt, was man völlig zurecht als zivilisatorischen Fortschritt bezeichnen kann. Ich für meinen Teil bin zumindest froh, auf diesem Kontinent geboren zu sein und finde den Gedanken, mich als Europäer zu sehen, sogar durchaus sehr angenehm, weshalb ich diese Bezeichnung mittlerweile häufiger verwende als das einengend klingende „Deutscher“.

 Unschön finde ich in diesem Zusammenhang allerdings, dass Europa, insbesondere die Europäische Union dann immer als „Wertegemeinschaft“ bezeichnet wird. Das soll ein großer Begriff sein, wäre er sicherlich auch, wenn er nicht von den eigenen Mitgliedern zunehmend zur Hohlphrase degradiert würde. Europa als Wiege der Kultur? Ja sicher, schöner Gedanke, aber wie gehen wir denn mit diesem Erbe um? Wir schauen kritiklos zu, wie ein an Selbstüberschätzung leidender italienischer Zwerg eine der einstmals größten Kulturnationen auf RTL 2-Niveau herunterwirtschaftet, um nach seiner politischen Karriere seine unappetitliche Arbeit als Medienmogul fortsetzen zu können. Überhaupt die Verquickung dieser beiden Positionen. Von Rechtsstaat kann ohnehin keine Rede sein, wenn ein Mann ständig versucht, Gesetze zu erlassen, um seine eigenen Gesetzesverstöße im Nachgang legalisieren zu lassen.

Noch unangenehmer wird es, wenn man nach Blick weiter gen Osten wendet, genauer gesagt nach Ungarn. Das dortige Mediengesetz, das in der Praxis eine Zensur kritischer Medien durch die Regierungspartei darstellt, hat bis heute verheerende Auswirklungen auf die ungarische Medienlandschaft. Zwar versprach Ministerpräsident Orban, dieses Gesetz nachzubessern. Musste er auch, schließlich wurde dieses Gesetz ausgerechnet zu der Zeit beschlossen, als sein Land den EU-Ratsvorsitz übernahm. Da war ein Land, in dem solche Gesetze gelten sollten, natürlich bahbah! Schließlich blickte dadurch auf einmal die Welt auf Ungarn. Mit der Weitergabe des Vorsitzes allerdings verschwand auch Ungarn wieder aus dem Fokus. Was nicht verschwand, ist sein Mediengesetz, unter dem nach wie vor etliche Journalisten unabhängiger Medien zu leiden haben.

Ist das wirklich der Sinn unserer angeblichen „Wertegemeinschaft“? Ein Land wie die Türkei, dass in Sachen Demokratisierungsprozess enorme Fortschritte gemacht hat (und übrigens bereits eine Ministerpräsidentin hatte als hierzulande an eine Kanzlerin noch nicht zu denken war!), wird ständig hingehalten. Die CDU stellt sich sogar offen dagegen. Ist ein Land, das zuvor ja nun auch alles andere als eine Musterdemokratie war (und unter Orban auf dem besten Wege in die eigene Vergangenheit ist) aber erst einmal in der EU, dann wird jede regressive Entwicklung geduldet – zumindest solange das Land nicht ganz so stark im Fokus steht. Angesichts immer stärker werdender Proteste in immer mehr Ländern sollten sich etliche Politiker einmal ganz genau überlegen, wie viel Demokratiedefizit unsere Staatengemeinschaft denn so aushält…

von Olaf Meiser - veröffentlicht in: Essay
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Tuesday, 11. october 2011 2 11 /10 /Okt. /2011 01:47

Nochmal die GEZ

 

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle einen durchaus ernst gemeinten Aufruf zum ehrlichen Zahlen der Gebühren an die GEZ formuliert. Nach wie vor halte ich auch die öffentlich-rechtlichen Sender für qualitativ weitaus besser als das Unterschichten-TV.

Allerdings hat sich mit der Reform der Gebühren die Sachlage ein wenig geändert. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten gefährden nun ihren Ruf als Ritter des Guten und entdecken ihre etwas skrupellose Seite. Dabei verbünden sie sich mit der Gebühreneinzugszentrale, was ja naheliegend ist.

Nach der Reform soll nun also jeder Haushalt die vollen Gebühren bezahlen, unabhängig davon, ob Empfangsgeräte vorhanden sind oder nicht. Davon abgesehen, dass ich Bekannte haben, die aus Prinzip keinen Fernseher besitzen und nun trotzdem Gebühren zahlen sollen, finde ich dieses auch rechtlich reichlich fragwürdig: Zahlen soll nun also jeder, es liegt dann an einem selbst, ob man sich die entsprechenden (ja auch nicht ganz billigen) Gerätschaften anschafft oder nicht. Mit der gleichen Logik könnte man auch von jedem Bürger dieses Landes die Sekt- oder Tabaksteuer einfordern.

Wenn öffentliche Einrichtungen Geld brauchen, dann sind sie in der Regel bei der Erfindung neuer Gebühren kreativer als bei der Verschleierung ihrer Geldeintreiber-Mentalität. Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch noch einmal an die Umweltschutzplaketten, die man braucht, wenn man bestimmte Innenstädte befahren möchte: Diese Plakette bestätigt ja nur, ob ein Fahrzeugmodell einen entsprechend niedrigen Schadstoffausstoß hat. Den hat es aber unabhängig davon, ob sich der Fahrer nun eine Plakette hinter die Windschutzscheibe klebt, die ja auch die Sicht und damit die Fahrsicherheit beeinträchtigt. (Wer das absurd findet, der sollte mal einen Blick in die Gesetze werfen, was noch alles als verkehrsgefährdend gilt!) Doch statt einfach eine Datenbank zu benutzen, in der die entsprechenden Strafzettelverteiler dann das Modell einfach nachschauen können, wird jeder Autofahrer zunächst einmal zur Kasse gebeten – in diesem Falle zum Glück nur einmal und noch relativ moderat. Und auch hier werden für die großen Tiere gerne Ausnahmen gemacht: Glaubt ernsthaft jemand, dass ein Ferrari-Fahrer nun entweder Innenstädte meiden oder sich die Ästhetik seines Autos wirklich mit so einer Plakette verschandeln lassen wird? Glaubt ernsthaft jemand, dass das Papamobil vor seinen Fahrten durch Erfurt und Freiburg mit so einem schnöden Aufkleber verziert wurde?

Damit sind wir bei einem Problem: Die GEZ ist, ähnlich den Plaketten, eine Zwangsabgabe, für die es im Prinzip keine Rechtfertigung gibt. Und für dieses Geld wird dann ein Mensch wie Florian Silbereisen überbezahlt. Auch, wenn die öffentlich-rechtlichen im Vergleich zu anderen Sendern sicherlich auf einem weit höheren Qualitätsniveau senden, so kann man dieses Vorgehen dennoch äußerst dubios finden! Damit haben wir einen weiteren Beweis für die These, dass Gesetze in erster Linie so verfasst werden, dass sie vorrangig irgendwelchen Lobbygruppen dienen. Wieso also wundern sich Politiker etc., dass immer weniger Menschen Respekt vor dem Gesetz haben?

von Olaf Meiser - veröffentlicht in: Essay
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Friday, 30. september 2011 5 30 /09 /Sept. /2011 02:09

Heimweg-Impressionen, Sonntagmorgen kurz vor fünf

 

Raus aus der Disco, ab zum Jahnplatz. Den Weg durch die Fußgängerzone. Vor dem Eingang zu einer Einkaufspassage zwei Männer mit Migrationshintergrund, die sich angeregt unterhalten. Herzliche Verabschiedung, dann torkelt der eine auf mich zu und fragt: „Kennst Du den Typen vielleicht?“ „Wieso ich? Habe ich mich etwa mit ihm unterhalten?“ „Ich weiß, dass ich mich mit ihm unterhalten habe, aber ich weiß trotzdem nicht, wer das ist!“ Typ torkelt weiter. Kopfschütteln. Am Jahnplatz die bittere Erkenntnis: Der nächste Nachtbus fährt erst in einer halben Stunde. Also den Weg durchs nächtliche Bielefeld Richtung heimischer Wohnung zu Fuß fortgesetzt.

Auf dem Rathausplatz ein Schatten. Beim Näherkommen setzt beim Schatten eine heftige Atmung ein. Schatten entpuppt sich als junge hübsche Frau, die offenbar ein Problem mit der Kapazität ihrer Blase hat und sich mitten auf dem Platz Erleichterung verschafft. Soll sie da hocken bleiben, ich richte meinen Blick starr geradeaus über sie hinweg. Überlege, ob ich die Situation befremdlich finden oder die junge Frau für ihren Mut bewundern soll. Die hektische Atmung spricht eher gegen das Bewundern. Statt unaufdringlich in der Hocke zu bleiben, springt die junge Frau auf einmal auf und versucht, sich eilig aber erfolglos den Tanga hochzuziehen. Dabei gibt sie den Blick auf ihre untere Frisur frei bzw. deren völliges Fehlen. Hocken bleiben hätte mir weniger Einblicke verschafft. Entscheide mich, die Situation doch lieber befremdlich zu finden…

Auf dem Gehweg vor mir streitet ein Pärchen. Die Argumente sind dumm, aber dafür lautstark vorgetragen. Scheint sich eher auf emotionaler als sachlicher Ebene abzuspielen. Es geht um die Freundin x die sie nicht angerufen hat, obwohl er über die ganze Sache schon Bescheid weiß. Klingt dämlich und das ganze zehn Minuten lang, da sich die beiden sowohl auf meinem Weg als auch in meinem Tempo bewegen. Denke angesichts des kommunikativen Desasters vor mir über Sarrazins Äußerungen bezüglich der nachlassenden Qualität unseres Genpools nach. Beginne zu glauben, dass er vielleicht doch Recht hat. Verfalle in Selbstekel.

Endlich zu Hause. Den Schlaf habe ich mir jetzt redlich verdient!

von Olaf Meiser - veröffentlicht in: Humor
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Saturday, 24. september 2011 6 24 /09 /Sept. /2011 01:39

Die Jungs vom dänischen Bettenlager

 

Neulich weilte ich wegen einer wichtigen Veranstaltung im Jugendgästehaus unserer Stadt. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden, bis auf die Startzeit von 7:30, die mich zu einer Zeit aufstehen lässt, zu der ich an besseren Abenden gerne ins Bett gehe. Nun gut, war nicht zu ändern, die Startzeit bestimmt nun einmal der Auftraggeber. Ich bereitete mich also auf einen interessanten, wenn auch anstrengenden Tag vor, als mir auf der Treppe Menschen entgegen kamen, die insgesamt drei Kisten Sekt vor sich her trugen. Auf einmal besserte sich meine Laune – scheinbar hatte mein Auftraggeber beschlossen, die Regeln bei seinen Veranstaltungen etwas zu lockern.

Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße: Nicht unser Seminarraum wurde mit dem Alkohol beliefert, sondern der, dessen Tür sich der unseren gegenüber befand. Dennoch war ich nun neugierig, was das wohl für eine Fortbildung sein könnte, deren Veranstalter so auf die Stimmung achteten. Ich drehte auf der Treppe um und versuchte in der Folge einen Blick in den hinter der Tür liegenden Raum zu erhaschen. Das wurde immer besser: Im Raum türmten sich Kissen, Decken und allerlei andere Gegenstände, die das Leben im Schlafzimmer angenehmer machen sollen (und die man im Möbelgeschäft bekommt, nicht im Sexshop, ihr Schmutzfinken!).

„Versehentlich“ bediente ich mich in der Folge also einem Tisch, der gar nicht zur Verpflegung unseres Seminars gedacht war, das Schild neben dem Häppchenbüffet gab mir Auskunft. Als Veranstalter konnte ich da „Dänisches Bettenlager“ entziffern. Ein gewisser Neid machte sich breit, als ich daran dachte, wie angenehm hier den Mitarbeitern die Veranstaltungen gemacht werden. Das legte sich jedoch, als diese geschlossen zur Pause antraten. Nicht nur, dass das Seminar riesig war und bestimmt aus annähernd 50 Teilnehmern bestand – diese waren auch noch alle exakt gleich gekleidet. Dunkle Hose, blaues Hemd mit einer Vogelfigur, die ich einfach mal als Kranich gedeutet habe. Diese Uniformen schienen samt Inhalt nur geschlossen auftreten zu dürfen, sobald sie den Raum verließen und so erinnerte ihr Rudelverhalten in gewisser Weise an das japanischer Touristen, wenn diese als geschlossene Gruppe einen Reisebus im Rekordtempo verlassen, eine Sehenswürdigkeit umzingeln, um dort, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren, einige Fotos zu schießen, nur um anschließend im gleichen Rekordtempo ihren Bus zu entern im Nichts zu verschwinden. Viele Europäer haben ja Schwierigkeiten, Ostasiaten auseinanderzuhalten. Genau den gleichen Effekt erzielten diese Uniformen bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des anderen Seminars.

Nachdem diese bedauernswerten Menschen also ihre Individualität gegen eine Uniform ausgetauscht hatten, waren sie da also sehr unglücklich? Ehrlich gesagt, auf mich machte es nicht den Eindruck. Irgendwas scheint also dran zu sein, an diesem Klischee über die obrigkeitshörigen Deutschen. Und wenn sie die Gleichförmigkeit schon nicht vom Kaiser oder Führer befohlen bekommen, dann doch wenigstens vom Arbeitgeber…

von Olaf Meiser - veröffentlicht in: Humor
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Saturday, 3. september 2011 6 03 /09 /Sept. /2011 02:09

Bahnhof in Stendal

Es gibt Orte, in denen möchte man ums Verrecken nicht tot überm Zaun hängen (obwohl, eigentlich hat man dann ja keine andere Wahl mehr…). Einer davon ist die wundervolle Stadt Stendal im schönen Sachsen-Anhalt. Keine Stadt von Weltgeltung möchte man meinen – mit Recht! Aaaber: Dort hält sogar ein ICE! In erster Linie zwar, weil es zwischen Wolfsburg und Berlin keine anderen Möglichkeiten für einen Zwischenhalt gibt, aber er hält dort! Ob dieser Zwischenhalt Teil einer größeren Verschwörung ist, vermag ich leider nicht zu beurteilen, also akzeptiere ich diesen Sachverhalt einfach mal.

Auf einer meiner letzten Reisen verschlug es mich also in dieses malerische Städtchen. Schon bei der Ankunft dort dachte ich mir: Es gibt Orte, in denen möchte man ums Verrecken nicht tot überm Zaun hängen… Ich verließ den Bahnhof und sah – nichts. Keine aufwändig mit Steuergeldern hochgezogene Shopping-Meile, keine städtischen Sehenswürdigkeiten. Um nicht ungerecht zu erscheinen: Eigentlich sah ich nichts plus einen Busbahnhof, einen Taxi-Parkplatz und einen etwas heruntergekommen wirkenden Blumenladen. Dass mich das Taxi danach in eine noch viel größere Einöde bringen würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt zwar schon irgendwie erahnen, dennoch hatte ich mir irgendwie mehr vom Verlassen eines Bahnhofs versprochen. Und ich bin schlimme Orte wahrlich gewöhnt: Einmal bin ich sogar in Brackwede aus dem Zug gestiegen und habe den dortigen Bahnhof durchquert…

Wirklich bizarr erschien mir der Bahnhof von Stendal allerdings erst bei meiner Rückreise zwei Tage später. Ich kehrte also von nach erfolgreich erledigter Aufgabe aus der Einöde zurück. Da ich mir nicht sicher war, wann ich meine Rückreise antreten würde können, hatte ich vorsichtshalber einen Zug später gebucht als es wirklich notwendig gewesen wäre. Das bescherte mir einen zweistündigen Aufenthalt am Bahnhof. Nachdem ich zwei Tage lang kennen gelernt hatte, wie es ist, in einer Gegend zu verweilen, in der sich wirklich nichts befindet, empfand ich diesen Gedanken als gar nicht so wild.

Tatsächlich entpuppte sich dieser Zwangsaufenthalt dann als ziemlich kurzweilige Angelegenheit. Zunächst einmal hatten Mitreisende eine Attraktion ausfindig gemacht, die mir bei meiner Ankunft wohl entgangen war: ein italienisch-indisches Restaurant. Hier gab es Köstritzer Schwarzbier. Nun bin ich natürlich alles andere als ein Freund des mittäglichen Alkoholkonsums, jedoch, das gebe ich gerne zu, hatten wir nach erfolgreich erledigter Aufgabe das Gefühl, uns nun wahrlich ein Gläschen des köstlichen Getränks verdient zu haben. Zudem lud das wundervolle Wetter förmlich dazu ein, sich in die Sonne zu setzen, was gleichbedeutend mit einem Platz auf dem Bürgersteig war.

Irgendwann war das Bier aber alle, die Kollegen stiegen in ihren Zug, und für mich hieß das, wie oben bereits beschrieben, zwei Stunden Wartezeit. Zum Glück bin ich für einen solchen Fall stets mit einer Zeitschrift ausgerüstet. Ungestört lesen ist ja auch eine Beschäftigung, bei der Zeit wie im Fluge vergehen kann. Dachte ich. Zunächst einmal setzte ich mich, nichts Böses ahnend, mit meinem Magazin auf den Bahnsteig 1, von aus auch mein Zug in Richtung Heimat abfahren sollte.

Mit der Ruhe war es dann nach kurzer Zeit vorbei. Vier groteske Gestalten, zwei „männlich“, zwei „weiblich“ (bei den vermutlichen Jungs fehlte die Reife, bei den vermutlichen Mädels konnte man es unter dem Übermaß an Schminke nur schwer erkennen) alle im Alter von ungefähr 15, saßen sich mit auf meine Bank. In diesem Moment fiel mir auf, dass diese trotz meines Gepäcks immer noch zu viel Platz für andere Personen bot. Doch zu spät, es kam wie es kommen musste. Der eine der Jungs zückte sein Handy und schon war ich in einer musikalischen Albtraumreise durch die niedersten musikalischen Gefilde. Bei der ostdeutschen Dorfjugend scheint billige Dance-Musik momentan schwer im Trend zu liegen. Das wäre ja im Prinzip okay, wenn ich nichts davon mitbekommen müsste. Dann waren die Angehörigen der beiden vermutlichen Geschlechter schwer damit beschäftigt, möglichst cool auf die Angehörigen des jeweils anderen vermutlichen Geschlechts zu wirken. Dies äußerte sich in einer Vielzahl von vermeintlich hippen Wortäußerungen, die von den jungen Menschen offenbar auch verstanden wurden, die mir jedoch deutlich vor Augen führte, dass ich mit meiner Vorliebe für ganze Sätze offenbar Angehöriger einer aussterbenden Spezies bin. Immerhin erfuhr ich auf diese Weise, dass René aus der Elften dumm, aber heiß ist, denn um diesen einen Satz kreiste das absurde Gespräch allein schon geschlagene 20 Minuten. („Der is voll dumm!“ – „Ja, aber heiß!“ – „Der hat aber gar nichts in der Birne!“ – „Ja, ich weiß der is dumm, aber er ist heiß!“ – 5 Sekunden Pause – „Der ist aber wirklich dumm!“ – „Ja, aber heiß!“… usw) Dazu kamen jede Menge Posen und Gesten, die ein genaues Studium einschlägiger Musikvideos verrieten.

Was kann schlimmer sein, als vier Jugendliche, die so sind, und dass auch noch in meiner Nähe? Richtig: Mehr als vier Jugendliche, die so sind und das auch noch in meiner Nähe. Um diesen seltsamen Moment also zu vervollkommnen (und meine Geduld auf eine richtig harte Probe zu stellen) vergrößerte sich die Gruppe alsbald. Zunächst kam ein weiteres Mädchen dazu, in diesem Falle sogar als solches identifizierbar, da sie wohl ihre Schminkmaske zu Hause vergessen hatte. Glücklicherweise stellte sie sich als die wohl etwas Stillere in der Clique heraus, denn außer einer lauten Begrüßung waren aus ihrem Mund ansonsten keinerlei Geräusche zu vernehmen. Dann kam noch ein weiterer Junge (oder „Boy“, wie man in diesen Kreisen wohl zu sagen pflegt) hinzu, und die Gruppe fuhr damit fort, laute und schreckliche Musik zu hören und sich gegenseitig mit coolen Posen zu beeindrucken. Das Mädchen, das zuvor bereits den mir leider immer noch unbekannten Rene für „heiß“ befunden hatte, küsste den Jungen, zeigte ihm aber auch gleich deutlich die Grenzen auf: „Wir können jetzt gleich nicht zu mir, meine Mutter kommt heute früher von der Arbeit wieder!“

Seinen Höhepunkt erreichte dieses obskure Schauspiel aber, als nach einer halben Stunde (Echtzeit, nicht gefühlte Zeit) die Gruppe sich aufmachte und einfach weiterzog. Kaum waren sie meinem Blickfeld entschwunden, taten sich in meinem Kopf etliche Fragen auf, deren Antworten ich auch durch gesteigertes Nachgrübeln bis heute nicht in Erfahrung bringen konnte. War es dem einen vermuteten Mädchen vielleicht doch gelungen, ihre Freundin von Renes Temperatur-Qualitäten (heiß!) zu überzeugen? Und was ist eigentlich öder? Junge Menschen, die einen solch öden Ort als Treffpunkt auserkiesen oder eine Stadt, die sowenig zu bieten hat, dass sich ein solch unspektakulärer Ort als Treffpunkt für Jugendliche geradezu aufdrängt?

von Olaf Meiser - veröffentlicht in: Humor
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Sunday, 14. august 2011 7 14 /08 /Aug. /2011 01:40

Nachrichten von der Sonnenseite

 

Ich muss zugeben, dass meine Produktivität in den letzten Tagen ein wenig gelitten hat. Der Grund dafür ist allerdings der beste, den man dafür überhaupt haben kann: Es fällt mir im Moment einfach unglaublich schwer, die passenden bösen Worte zur Beschreibung des restlichen Universums zu finden. Die Welt ist gar nicht so böse – zumindest stellt sie sich mir gegenüber momentan nicht so da. Ganz im Gegenteil: aus meiner Sicht hat sich in den letzten Wochen alles rosarot gefärbt – aber mal so richtig!

Der Sommer war schäbig? Es mag ja sein, dass die Sonne ihr Antlitz nur selten präsentiert hat, aber wen kann das ernsthaft stören, wenn die Wolken sich doch alle als wattige Hängematten präsentieren, auf denen ich über allen Dingen schweben kann? Draußen ist es grau und nass? Großartig, dann hat man wenigstens einen Grund, drinnen zu bleiben und es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen, oder gleich den ganzen Tag im Bett liegen zu bleiben.

Wer sich nun ernsthaft Sorgen um meinen Gesundheitszustand macht, der sei beruhigt: Es ist keine schwere Krankheit, die mir auf die Sinne geschlagen ist. Es ist vielmehr die Sinneswahrnehmung, die man nur an der Seite einer hinreißenden, zauberhaften Frau erlangen kann (von mir aus auch eines Mannes, aber in meinem Fall ist es eindeutig eine Frau). Menschen, die mich kennen, sagen, ich wäre schon wieder auf dem Wege der Besserung. Für den nächsten Text werde ich auch bestimmt wieder ein Thema finden, dass ich nicht mit Samthandschuhen anfassen werde – aber für heute möchte ich mich damit begnügen, innerlich zu schweben und das Leben einfach nur schön zu finden!

von Olaf Meiser
Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Friday, 15. july 2011 5 15 /07 /Juli /2011 00:30

Vom Ende des Zaubers

 

Es musste ja so kommen: Kaum habe ich vor gar nicht allzu langer Zeit die kleine Tankstelle um die Ecke gelobt und wohlwollende Worte über deren weibliches Personal gefunden, da ist der Zauber auch schon wieder verflogen. Nicht, dass die Damen auf einmal alle hässlich oder unfreundlich geworden wären… Es ist viel schlimmer: Sie sind seitdem nicht mehr anwesend.

Jedes Mal, wenn ich nun den Shop dieser Tankstelle betrete, erwartet mich dort mitnichten das gekonnte „Hi!“ meiner Lieblingsmitarbeiterin, sondern ein schluffiges „N’Abend“ eines etwas dicklichen Herrn fortgeschrittenen Alters, der nichts dabei findet einen gewaltigen gurkengroßen Schnauzbart durch die Gegend zu tragen. Er sieht aus wie Lech Walesa. Nichts gegen Lech Walesa, der Mann hat zweifellos große Verdienste. Aber seien wir ehrlich: Die Menschen haben nicht seiner Optik wegen geliebt. Charakterkopf hin, Charakterkopf her – das Thema Schönheit hat er völlig zurecht dem Geschlecht überlassen, das sich damit zweifelsohne besser auskennt. Der Mann an der Tankstelle scheint aber allen Ernstes zu glauben, er stelle einen gleichwertigen Ersatz für die charmanten Damen dar! Vielleicht glaubt er gar, ich käme nur wegen des (doch eher überschaubaren) Warenangebots in seinen kleinen Shop. Nichts hat er verstanden, gar nichts!

Ich hoffe nur, es handelt sich bei ihm lediglich um einen Ausrutscher oder eine Urlaubsvertretung. Wenn nicht, dann muss ich wirklich dazu übergehen, mir einen Vorrat all jener schönen Dinge zuzulegen, für die ich früher gerne nachts noch einmal zur Tankstelle getigert bin. Das Leben kann manchmal schon eine echte Nutte sein!

von Olaf Meiser - veröffentlicht in: Humor
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen

Über diesen Blog

Blog erstellen

Kalender

February 2012
M T W T F S S
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29        
<< < > >>
Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren