Umweltgipfel in Kopenhagen

Veröffentlicht auf von Olaf Meiser

Umweltgipfel in Kopenhagen

 

Wenn man als Politiker eine Entschuldigung dafür sucht, sich mal für ein paar Tage richtig im Licht der Öffentlichkeit zu suhlen und dabei völlig sinnlos riesige Mengen an Steuergeldern in den Orkus zu pusten, dann trifft man sich mit Gleichgesinnten anderer Länder auf einem sog. Gipfel. Damit ist leider nicht die Spitze eines Berges gemeint, denn so mancher Bürger würde seine Steuern sicherlich gerne zahlen, wenn er seine Volksvertreter dafür möglichst weit von der eigenen Sphäre entfernt wüsste. Nein, der Begriff „Gipfel“ bezieht sich auf ein „Spitzentreffen“, was bedeutet, dass bedeutende Probleme hier auf höchster staatsmännischer Ebene ergebnislos bequatscht werden.

Das Problem des Umweltschutzes beispielsweise ist ein solches, und der Aufwand für ein solch großes Treffen verschiedenster Menschen aus aller Welt wäre unter diesem Aspekt sicherlich gerechtfertigt gewesen. Doch wie es halt so ist, wenn viele wichtige Menschen aufeinander treffen: Vor lauter Beschäftigung mit den eigenen Befindlichkeiten kommt man gar nicht mehr dazu wahrzunehmen, dass es auch eine Außenwelt gibt, der man hinterher so etwas wie ein Ergebnis präsentieren sollte. So geschehen auf dem diesjährigen Umweltgipfel in Kopenhagen, dessen immense Kosten man sich auch getrost hätte sparen können, weil das Scheitern eines gemeinsamen Beschlusses sich bereits im Vorfeld deutlich abzeichnete. So ist man sich zwar einig, was man erreichen möchte (einen durchschnittlichen Temperaturanstieg um höchstens 2°C bis 2050), verzichtet aber großzügig darauf, dafür konkrete Maßnahmen und Verhaltensregeln festzuschreiben. Vergleichbar einem Unternehmer, einem Lottogewinner und einem Bankräuber, die über schnelle Gewinne sprechen und sich dann am Schluss mangels konkreter Wege zur Zielerreichung darauf einigen, dass es ja auch ganz schön ist, wenn jeder seine eigene Methode beibehält.

Noch kurz vor Ende des Gipfels verkündete unser Umweltminister Norbert Röttgen großspurig im ARD Nachtmagazin: „Ein Scheitern der Verhandlungen ist eine Option, die es nicht gibt.“ Man fragt sich, wie man wohl Zugang zu den Mitteln bekommen könnte, die das Bewusstsein dieses Mannes nicht nur verändert, sondern offenbar komplett ausgeschaltet haben. Jetzt, da diese nicht-existente Option eingetreten ist, darf man als konsequent denkender Mensch sicherlich erwarten, dass der Mensch sich nach guter alter japanischer Tradition entleiben wird. Bislang allerdings ist mir noch nichts dergleichen zu Ohren gekommen.

An dieser Stelle wird wieder einmal deutlich, wie Klientel- und Lobbypolitik funktioniert. Während die meisten „normalen“ Bürger längst begriffen haben, worum es beim Thema Umwelt geht und etliche auch zu Änderungen des Verhaltens bereit sind (jedenfalls weit mehr als viele Politiker meinen), wird wieder einmal den Bedenken aus der Wirtschaft nachgegeben. Dabei gibt es längst innovative Unternehmen, die die Umweltthematik für sich entdeckt haben und mit Sicherheit dabei gute Zahlen erwirtschaften (wenn dieser Punkt nicht stimmen würde, dann wäre das Entdecken einer solchen Thematik nämlich auch für sie ein uninteressanter Vorgang). Doch als wäre es die Adenauer-Regierung, versucht man die Ewiggestrigen mit einzubinden. Wo man bei einem Kind, das ständig laut jammert, bemüht ist, durch Erziehung der Fehlentwicklung vorzubeugen, gibt man hier ständig nach und zieht sich dadurch den verwöhnten Balg heran, den man sich verdient. Die völlig unsinnige Sparlampenpflicht allein macht eben noch keine aktive Umweltpolitik.

Ich warte gespannt auf den Tag, an dem radikale Umweltschützer sich bewaffnen und ihren Forderungen auf dem gleichen Wege Ausdruck verleihen wie weiland die Rote Armee Fraktion. Man kann nur hoffen, dass die Opfer solcher Anschläge ebenso gezielt ausgesucht werden und es solchen Gruppierungen nicht um den Menschen als Schädling an sich geht…

Veröffentlicht in Humor

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